Gutes Leistungsbild bei Übung
Malteser und Feuerwehr bei Verkehrsunfall gemeinsam im Einsatz

Steinach, 27.03.2010 - Kurz nach 16 Uhr am Samstag alarmierte die Rettungsleitstelle Straubing die Schnelleinsatzgruppe Malteser Straubing und die Freiwillige Feuerwehr Steinach zu einer vom Malteser Hilfsdienst organisierten Einsatzübung. Angenommen wurde ein schwerer Verkehrsunfall mit Schwerverletzten im Gewerbegebiet Steinach. Bei der Zusammenarbeit der 15 Einsatzkräfte des Malteser Hilfsdienstes, zwei Notärzten und den 15 Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Steinach-Agendorf gab es keine Reibungspunkte.

Die Schnelleinsatzgruppe der Malteser in Straubing besteht aus rein ehrenamtlichen Mitgliedern, welche umfangreich geschult sind und somit flexibel in drei bestehende Schnelleinsatzgruppen eingesetzt werden können.
Die Einsatzübung wurde ruhig durchgeführt. Zur Einsatznachbesprechung traf man sich im Feuerwehrhaus in Steinach. In kurzen Zeitabständen trafen die Einsatzkräfte am Unfallort ein. Rauch stieg aus einem Fahrzeug auf und die Insassen waren in den beiden beteiligten Fahrzeugen eingeklemmt. Ein Verletzter wurde aus dem Fahrzeug herausgeschleudert und im nahen Feld aufgefunden. Unter einer Schnelleinsatzgruppe - abgekürzt SEG - versteht man eine Gruppe aus medizinisch und oder technisch ausgebildeten Einsatzkräften. Diese Gruppe unterstützt den Rettungsdienst bei größeren Schadensfällen und bei einem Massenanfall von Verletzten und schließt dabei die Lücke zwischen Rettungsdienst und Katastrophenschutz. Sofort nach Eintreffen wurde mit der medizinischen Versorgung und Rettung der zehn Verletzten, darunter drei Kinder, begonnen. Malteser Einsatzkräfte mussten Schnittwunden am Arm und Gesicht versorgen, eine Gehirnerschütterung und einen Kieferbruch behandeln. Ein Verletzter hatte einen gebrochenen Ellenbogen, der durch die "Maskenbildner" sehr echt wirkte. Die beiden Notärzte Dr. med. Claudia Solleder und Dr. med. Albert Solleder und die Malteser Einsatzkräfte setzten eine Beatmungsplatte ein, legten Verbände und Infusionen an.
Am schwierigsten stellte sich die Bergung eines Fahrers mit Wirbelsäulenverletzung heraus. Nachdem die Freiwilligen Feuerwehr Steinach-Agendorf die Windschutzscheibe, zur besseren Erstversorgung herausgeschnitten hatte, musste das Dach mit Schere und Spreizer abgenommen werden.
Anschließend kam ein KED-System, "Kendrick extrication device", zum Einsatz. Das Rettungskorsett ermöglicht eine schonende Rettung unter besonders schwierigen Bedingungen, in denen keine Schienen oder Tragen zur Anwendung kommen können. Es handelt sich um ein Rettungskorsett, das um den Rumpf des Patienten angelegt wird und eine Immobilisation der gesamten Wirbelsäule inklusive des Kopfes ermöglicht. Der Verletzte konnte somit gefahrlos aus dem Fahrzeug gerettet werden.
Als Fazit der Einsatzübung zogen Notarzt Dr. med. Albert Solleder, der Einsatzorganisator Ostermeier Florian von den Einsatzkräften der Malteser und der Einsatzleiter der Steinacher Feuerwehr Stefan Reindlmeier eine positive Bilanz. Die Übung sei von den Maltesern gut organisiert worden, die Versorgung der Verletzten sei schnell erfolgt, die Zusammenarbeit Technik und Medizin habe geklappt und es seien keine Reibungspunkte aufgetreten. Der ruhige Ablauf der Übung zeigte ein hohes Leistungsbild. Auch Kreisbrandmeister Albert Uttendorfer nannte es positiv, wenn man bei einer Übung schon mal Zusammengearbeitet habe und dann im Einsatz zusammenarbeiten muss. Er wies darauf hin, den Schockzustand der Unfallbeteiligten nicht zu unterschätzen.